NZfM 8 - 1838/1

Czaar und Zimmermann, in: NZfM 8 (1838/1), Nr. 4, 12. Januar 1838, S. 16
Unter diesem Titel ging hier in Leipzig vor etwa 14 Tagen eine komische 3actige Oper von Lortzing, dem fleißigen, talentvollen Mitgliede unsers Theaters, und Componisten der schon hier und anderwärts mit Beifall gegebenen „beiden Schützen“, zum erstenmal in Scene, die am 6ten [Januar 1838] wiederholt wurde. Auch dies zweitemal war das Haus gedrängt voll und der Beifall sehr lebhaft. Den Text, die bekannte Geschichte des Bürgermeisters von Saardam, hat sich der Componist selbst gemacht, und dazu eine Musik, die man, wenn auch nicht originell und nachhaltig, doch correct, natürlich und gemüthlich nennen muß. Mit Vorliebe ist namentlich der Bürgermeister in der Musik gezeichnet und ganz auf Hrn. [Gotthelf Leberecht] Berthold berechnet, der in solchen Stellen äußerst belustiget. So ist die Stelle, wo ihm in den tiefsten Tönen, die er selbst nicht hervorzubringen vermag, ein Fagott im Orchester zur Hülfe kommt, von sehr komischem Effect, und so noch Vieles. Den Stand des verkleideten Czaaren drückt der Componist öfters durch Begleitung von Posaunen usw., aus; es liegt an der Musik, daß die sonst gute Idee nicht mehr wirkt. Nach dem Ende wurden die Hauptpersonen sammt dem Componisten gerufen.