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Allgemeine
Musikalische Zeitung
43 - 1841
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Februar. No. 8.
Nachrichten.
Berlin, im Februar 1841.
(...) Sonst fanden nur Wiederholungen
von Lortzing’s “beide Schützen” und “Zar und Zimmermann”, durch die
bekannten spanische Tänzer aufgefrischt, statt. (...) |
März. No. 9.
Feuilleton.
Lortzing’s komische Oper:
Zar und Zimmermann hat in Mainz vielen beifall gefunden. |
März. No. 13.
Opernmusik mit Gesang
wurde mit 13 Ausgaben bereichert.
Vollständige Klavierauszüge sind folgende: Auber: Zanetta,
komische Oper, teutsch und französisch (Schott); Gluck: Orpheus
und Euridice, Klavierauszug von C. Klage (Schlesinger); Lortzing:
Hans Sachs, komische Oper (Breitkopf und Härtel); Mercadente:
Der Bravo, übersetzt von J. Hähnel (Ricordi). |
Hans Sachs,
komische Oper in drei Akten,
nach Deinhardstein’s Dichtung gleiches Namens, frei bearbeitet von
Philipp Reger, Musik von Albert Lortzing. Vollständiger
Klavierauszug, Leipzig, bei Breitkopf und Härtel. Preis 6 Thlr. |
| Der Teutsche hat sich schon oft
gefallen lassen müssen, dem Fremden nachgesetzt zu werden, wenn er
ihm auch nicht nachsteht. Das geschieht besonders im Opernfache. Haben
wir auch die anerkannt größten Meister, als Gluck, Mozart, Beethoven,
K.M.v. Weber u. A. hierin aufzuweisen, im Allgemeinen hilft uns selbst
dieser Umstand wenig, denn die Schuld liegt größten Teils an
den Teutschen selbst. Kein Teutscher bevorzugt den Teutschen aus Vaterlandsliebe,
im Gegenteil macht er viel höhere Forderungen an ihn, als an jeden
Fremden. Dennoch liegt das Hauptübel an den Operndichtern selbst.
Die Meisten wollen gleich eine Ewigkeitsoper bringen, greifen so ernst
hinein, als solle kein Ton ohne Gewicht sein und kein Wort ohne innere
Nötigung stehen, und vergessen, dass alle Welt sich im Theater leicht
und bequem unterhalten, aber nicht angestrengt sein will. Man nimmt es
in der Regel zu wichtig und macht aus dem flüchtigen Unterhaltungsspiel
zu viel Ernst. Ist das im gegenwärtigen Fälle auch so? Man wird
dies dem Komponisten in seinen frühen, öffentlich bekannt gewordenen
Leistungen nicht nachsagen wollen und wird auch hier schwerlich einen Grund
dazu finden. Wie steht es nun mit dem Texte? Er ist auch diesmal zu unserm
Vergnügen der Oper voran gedruckt worden. |
| Es fehlt der Oper nicht an einem
hohen Herrn (Kaiser Maximilian), nicht an Glanz un Ballet, nicht an der
beliebt doppelten Art der Liebe, nicht an Gecken, nicht an bürgerlicher
Lust noch an Volksfesten. Der Schusterjunge ist eine recht hübsche
Person, der es nicht an Witz mangelt, und für ernste Sprüche
sorgt der Held der Fabel, die zwischen den Gesängen nach teutscher
Art sich der Rede bedient. Dennoch hat der Bearbeiter der Deinhardstein’schen
Dichtung wohl zuvörderst darin gefehlt, dass er manche Gesänge
zu lang, zu wortreich gemacht hat. Das geschieht z.B. gleich in No.2, in
der Szene und Arie des Meisters Sachs, welche zu viel auf einmal bringt
und dadurch der Musik die Gelegenheit nimmt, sich in irgend ein Gefühl
tondichterisch zu versenken, außer etwa in die Worte: “Es hat der
Kaiser mein gedacht!”. Sind auch diese Worte für den materiellen Gang
der Handlung noch so sehr von Bedeutung, so sind sie doch schwerlich einer
würdigen Darlegung eines Dichtergemütes, das wir in Hans Sachs
festzuhalten gewohnt sind, zuträglich, den Poesie und Liebe mindestens
nicht weniger begeistern sollen, als die Freude über den glücklichen
Vorfall. Dies gibt schon den Anfang eines kleinen Zerwürfnisses, das
im Inneren die Frage anregt: Wie wird die Zeichnung eines solchen Meisterdichters
in einer komischen Oper vollendet werden können, ohne dass der Ernst
dem Scherz Abbruch tut oder umgekehrt? Aber das innere Gemütsleben,
in welches sich der Teutsche so gern versenken läßt und vor
welchem die Liebe zu flüchtiger Opernunterhaltung sich zugleich auch
scheut, ist durch die Hauptperson und durch diese Szene einmal angeregt.
Man verlangt nun Ausführung des Ideal Vorwaltenden im Bilde des Meisters
und doch auch von der andern Seite eben so begierig und Schlag auf Schlag
das Vorherrschen des Komischen. Diese Doppelaufgabe ist im höchsten
Grade schwierig. Hat man jedoch einmal den Leu geweckt, so muss man ihn
auch bändigen. Das hat nun der Textbearbeiter nach unserm Dafürhalten
nicht getan, sondern hat vielmehr im fortgange weit eher die äußere
Erscheinung des Meisters, als das tiefere Seelenbild des Dichters vor Augen
behalten und das letzte wider das selbst angeregte Verlangen zu sehr in
den Hintergrund gestellt und auf diese Weise etwas unbefriedigend gelassen,
was ihm anfangs doch selbst wesentlich zu sein schien, ja wofür er
bei Gelegenheit wieder einen kleinen Anlauf nimmt. - Sollte dadurch nicht
gar mancher Teutsche unter den Hörern mit seinen beiden Lieblingsrichtungen,
nämlich der Neigung für Darstellung eines Seelenbildes und der
Lust zu leichter äußerlicher Unterhaltung, in einen Zwiespalt
geraten, welcher ein lästiges Schwanken zwischen dem Einen und dem
Andern zur natürlichen Folge haben muss? Wird nicht dieses, wenn auch
nicht immer bewusste, doch gefüllte Schwanken beider Richtungen zugleich
schon dadurch schädlich werden, weil bei aller Befriedigung von der
einen Seite immer noch ein unbefriedigter Wunsch von der andern übrig
bleibt? Da es nun dazu noch immer Hörer gibt, die das Gemütsleben
der flüchtigen Unterhaltungslust in ihrem Inneren vorziehen, ob sie
gleich meist nur um leichter Zerstreuung willen in’s Theater gekommen sind,
so wird sie die einzig und allein durch die Erregung, aber Nichtbefriedigung
der idealen Richtung hervorgebrachte Spannung in eine gewisse Unruhe versetzen,
die nur zu gewöhnlich auch den Nachbar ansteckt, der in einer andern
Nachbarschaft nichts davon verspürt haben würde. In der Tat ließe
sich dieses Schwanken von der einen Seite zur andern nur noch dadurch heben,
dass beide Richtungen in einer und derselben festgehaltenen Wesenheit so
folgerecht mit einander gingen, dass das Ideale dichterischer Gefüllskraft
sich im tiefsten Wesen der Oper wie ein vernehmbarer Geisteshauch hindurchzöge,
den Grund bildete, während das Komische und jede Äußerlichkeitslust
rasch und frisch darüber hinzöge. Das wäre aber nicht bloß
eine überaus schwierige Aufgabe, sondern sie rückte auch das
Werk selbst in ein ganz anderes und höheres Gebiet hinauf, als das
ist, was hier bebaut werden sollte. Es liegt also größten Teils
an der Wahl des Gegenstandes wie an der teutschen Gesinnung, dem ergriffenen
Charakter trotz der Unterhaltungsrichtung noch so viel Recht als möglich
angedeihen zu lassen. Das ist aber ein Fehler, so gut er auch gemeint ist.
In solchen Dingen gilt bloß ein Entweder - Oder. Entweder gebe man
eine bloße Unterhaltungs - oder eine durchgängig festgehaltene
Karakteroper höherer Art. Beides in einem und demselben Werke verträgt
sich nicht zusammen; Eins beengt die Wirkung des Andern, namentlich für
den teutschen Hörer des Ganzen von der Bühne herab, dem Hans
Sachs mit seiner Innerlichkeit nahe steht, wie er den Teutschen stehen
sollte. Ob das unter uns allgemein ist, wollen wir nicht beschwören.
Dann hat auch die Wahl des Gegenstandes weit weniger Nachteil für
die Unterhaltung, und für jeden Ausländer gar keinen, sobald
das Lockere nur noch etwas lockerer besonders in der Wortbereitung wäre.
- Der Komponist dagegen ist im ganzen seiner durch “die beiden Schützen”
und noch mehr durch “Zar und Zimmermann” beliebt gewordenen, leicht komischen
Weise nicht nur treu geblieben, so weit es nur die Wahl gestattete, sondern
er hat sich sogar in der als gefällig anerkannten Instrumentenumspielung
noch gehoben. Wir werden finden, dass das Komische und Erheiternde der
Zeit bei Weitem das Übergewicht hat. Sagte also einem Teile der Teutschen
diese Oper als Amüsement weniger zu, wie Zar und Zimmermann, so liegt
dies vorzugsweise an einer Wahl, deren inneres Leben uns zu sehr in’s Gemüt
greift, was bei komischen Opern zu vermeiden ist. Natürlich kann dies
bloß von der Oper in Zusammenhang gelten. Beim Vortrage einzelner
Nummern wird dies nicht empfunden, eben weil man sich da nur dem Einzelnen
überlässt. Dies kommt also dem Klavierauszug zu Gute, der zur
Wiederholung bald dieser bald jener Nummer, äußerst selten für
einen Vortrag des ganzen da ist. Aus der Beschreibung der einzelnen, auf
einander folgenden Stücke werden wir aber sehen, dass auch hierin
das Unterhaltungsprinzip eben so vorherrscht, wie im Zar und Zimmermann. |
| Gleich die Ouvertüre ist so
allgemein gehalten, wie man es wünscht, leicht und klingend; nicht
zu lang, wie es öfter bei den Franzosen Sitte ist, nicht zu kurz,
wie sie die jetzigen Italiener belieben, wenn ja noch eine Statt hat. Die
Introduktion No. 1 läßt einen muntern Chor der gesellen des
Meisters erschallen, frisch, melodisch und rhythmisch heiter, von den Instrumenten
in französischer Weise lebhaft umspielt. Die Episode mit dem Lehrjungen
ist handgreiflich und das folgende handwerkslied mit angehangenem Chore
so ergötzlich als die Feierabendslust, woran sich der erste Chor zeitgemäß
wohlgefällig reiht. No. 2. Szene und Arie des Hans Sachs (Bass), welcher
zu seiner Freude von einem vornehmen Fremden erfuhr, dass ihm seiner Freude
von einem vornehmen Fremden erfuhr, dass ihm seiner Dichtungen wegen der
Kaiser hochgeneigt ist. Das Ganze ist, für sich allein betrachtet,
angemessen genug, natürlich und melodiös, im Vergleiche zu den
vielen Worten kurz, dabei wechselnd im Takt und Tempo; selbst ein schnell
vorübergehendes Melodram mischt sich ein, als Sachs der morgenden
Sängerwahl sich erinnert, auf ein würdiges Lied denkend, dessen
Anfang er sprechend niederschreibt, und dazwischen von noch nicht beendeter
Arbeit singt. Nähme man diese Szene nicht für eine Einleitung
auf ähnliche Entwickelungen, die jedoch nicht folgen, so wäre
sie auch für das Ganze zweckmäßig. Für den Einzelgesang
im häuslichen Zirkel kann sie also für die Meisten nichts Störendes
haben, vielmehr etwas Zusagendes. No. 3. Terzett. Eoban (Tenor), komische
Figur, Ratsherr von Augsburg und anmaßlicher Meistersänger,
der sich ein Loch im Schuh flicken lassen will, das Nürnbergs spitze
Steine ihm gerissen haben, bläht sich auf und gibt sich für den
erklärten Bräutigam Kunigundens, der Goldschmiedtochter, der
Geliebten des Hans Sachs, den ohne Weiteres gleich “Furcht und Schrecken
anstarren”, während sein Lehrbursch tröstet. Das Ganze ist komisch,
aber Sachs verliert dabei. No. 4. Kavatine der sehnsüchtig harrenden
Kunigunde (Sopran), theatralisch lebhaft. No. 5. Quintett. Görg (Tenor)
verkündet atemlos den beiden Mädchen, die dem Wesen nach den
beiden Freundinne im Freischütz ähneln, die Ankunft seines Meisters,
der auch erscheint. Kordula ist Braut des Schusterjungen, der das eben
Vorgefallene berichtet. Versicherungen gegenseitiger Liebe setzen den Gesang
fort, Ernstes mit komischem mischend. - Unterdessen hat man den Goldschmied
Steffen (Bass) zum Bürgermeister gemacht. Die Bürger drängen
sich zum Glückwunsch, Finale, No. 6. Viel Bewegung lustiger Art, wobei
Eoban dem stolz gewordenen Goldschmied die Liebe des Schuhmachers zu seiner
Tochter verrät. Zum Schlusse kündigt der neue Bürgermeister
für Morgen das Fest der Sängerwahl und einen Schmaus an, den
die Kommune gibt, die zum Geben da ist. Und die Bürger, voll fröhlicher
Hoffnung, schliessen im muntern 3/4 - Takt. |
| Zweiter Akt. Fest der Sängerwahl
im großen Saale. Geräuschvoll. Die Bürger geben dem Sachs
den Preis; die Merker gehen behutsam, wie gewöhnlich; der erste Merker
stottert, chinesisch; es wird vor der Preisverteilung improvisiert, melodramatisch.
Sachs gefällt lebhaft, Eoban macht’s schlecht und gefällt den
Merkern, weil es der Bürgermeister wünscht, sehr gewöhnlich
und deshalb ergötzlich. Die Bürger finden die Preisverteilung
ungerecht und sagen’s laut, nicht ganz gewöhnlich. Sachs hätte
hier höher gehalten werden können, auch im Gesang. Die Merker
spotten sein, die Bürger trösten den Gekränkten, der entschlossen
ist, die Stadt zu verlassen, und in No. 8. ein einfach gutes Abschiedslied
singt. No. 9. Volksfestchor, munter und natürlich. No. 10. Volkstanz.
Walzer. No. 11. sehr hübsches Lied des Schusterjungen, trefflich rhythmisiert
in echter Volkslust. No. 12. Abschiedsduett Kunigundens und des Meistersängers,
leicht, gefällig, aber nicht charakteristisch. Kunigunde wird durch
den Gesang beinahe noch unzarter, als durch die Worte. Der theatralische
Seligkeitserguss der Liebenden am Ende läßt Alles verschmerzen.
Leider kommt gerade der bürgermeisterliche Vater zur Umarmung. Finale
No. 13, so lebhaft und bunt, als es im Mittelfinale effektuirt. Der Bürgermeister
verweist im Zorn den Meistersänger aus der Stadt; es entsteht zum
Glück keine Rebellion, allein nach dem zärtlichen Abschiede kann
es doch an einem rauschenden und stürmenden Ende, wie es sein soll
und zur Unterhaltung sich schickt, gar nicht fehlen. |
| Den dritten Akt leitet No. 14 ein
kurzes Zwischenspiel der Instrumente ein. Man sieht während dieser
Musik die beiden Freundinnen von verschiedenen Treppen herabkommen. Kordula
sucht die Betrübte zu zerstreuen und schlägt ihr die Karte. Arie
und Duett (No. 15), in beliebt unterhaltender Weise. Plötzlich steht
Hans Sachs vor ihnen; Görg ist nicht fern. Mitten in der besten Unterhaltung
hört man den Bürgermeister nahen und Andere. Die Liebhaber werden
auf der Treppe versteckt. No. 16. Ensemble. Die Ratsherren sind in Verlegenheit
und wissen keinen Rat, der Kaiser hat ihnen das Gedicht übersandt,
das Görg seiner Kordula an ihrem Geburtstage, als von ihm verfasst,
vorlas. Der Reimdieb hatte es beim Tanze verloren, ein kaiserlicher Reiter
verwahrte es und spielte es durch den Hofnarren in die Hände des Kaisers,
der nun den Verfasser desselben wissen will. Endlich schlägt sich
Eoban in’s Mittel und verspricht, die Herren zu retten, wenn sie ihm zuvor
“die grässlichste Verschwiegenheit schwören”. Darauf macht er
sich anheischig, die Autorschaft gefällig auf sich zu nehmen. Dr Vorteilhaft,
wenn Teutsche den tatsächlichen beweisie Herren finden das schlau
und werden nur durch eine verborgene Stimme erschreckt, die ganz vernehmlich
dazwischen ruft: “Spitzbuben!”. Man erklärt das Unbegreifliche für
Täuschung, die in solcher Aufregung höchst natürlich ist,
und die verlegenen Frauen helfen vollends zum erwünschten Glauben.
froh sieht nun Jeder dem morgenden Feste entgegen und die Musik ist so
munter, als man es liebt. No. 17 un 18. Ballet und Pantomime zu Ehren des
Kaisers. Die Hauptsache wird darauf sprechend abgetan. Der abgeschmackte
Eoban erhält seinen Lohn und der Bürgermeister benimmt sich sehr
unterhaltend. Görg bekennt seinen Raub und Niemand ist glücklicher,
als Sachs und die guten Nürnberger, die im Schlusschor sich einige
imitatorische Folgen verlaufen haben. |
Man sieht, das komische und lebhaft
Unterhaltende herrscht bedeutend vor, so dass der Klavierauszug häuslichen
Musikzirkeln und vielen Singakademien die besten und erwünschten Dienste
tun wird, oft noch mehr, als durch jede andere neufranzösische Oper
beliebter Art. Was aber das charakteristische Ganze anlangt, so will das
bevorzugt Amusable im Grunde nichts davon wissen, braucht es auch nicht,
und die Meisten sind jetzt mehr dagegen als dafür. Wir haben unsere
Auseinandersetzung nur darum gegeben, damit man die beiden Opernarten gleich
in der Dichtungsanlage nicht mit einander vermische, um jeder derselben
ihre volle Wirkung für sich zu lassen, was durchaus der Beachtung
wert ist. Übrigens halten wir es sogar für vorteilhaft, wenn
Teutsche den tatsächlichen Beweis führen, dass sie in der zeitbeliebten
Unterhaltungsweise den Fremden sich gleichfalls an die Seite stellen können.
Möge also Herr Lortzing die Art, in welcher er allgemein Ansprechendes
zu leisten so glücklich war, beibehalten und zur Ergötzung des
Publikums weiter fördern. Immerhin bleibt es dabei: Eines schickt
sich nicht für Alle. Jeder gebe in seiner Weise sein Bestes; so ist
es wohlgetan.
G.W. Fink. |
März. No. 13.
Nachrichten.
Dessau. (...)
Unsere Oper setzte die Böttnersche
Gesellschaft mit 25 verschiedenen Vorstellungen fort, wovon wir die kleinen
Unterhaltungsspiele weglassen. Zur Aufführung kamen: Tankred von Rossini,
Belagerung von Korinth, der schwarze Domino von Auber (2 Mal), Maskenball
(4 Mal), Puritaner, Romeo und Julie, Die Nachtwandlerin von Bellini, Zauberflöte
von Mozart (3 Mal), Barbier von Sevilla, Wilhelm Tell von Rossini, Lodoiska
von Cherubini (2 Mal), Fra Diavolo von Auber, Räuberbraut von Appel,
Postillon von Adam, Zar und Zimmermann von Lortzing, Schweizerfamilie von
Weigl, und Don Juan von Mozart. |
Mai. No. 18.
Nachrichten.
Berlin.
Am 5. und 7. v. M. “Die beiden Schützen”
(...) |
Juni. No. 24.
Lied: “Zwar hat der Schönheit
und der Jugend”, mit Begleitung des Pianoforte oder der Gitarre, eingelegt
in die Oper: “Die Dreizehn”, von F. Halévy, komponiert
von G.A. Lortzing. Leipzig, bei Breitkopf und Härtel. Preis
4 Ggr.
Ein launiges Lied in Polonaisenart
von der Schönheit und den Frauen, die zwar immer treu sind, doch immer
besser eingesperrt. Es effektuiert und wird Viele erwünscht unterhalten. |
September. No. 35.
(...)
Nicht minder lieb werden den vielen
Freunden des Opernspiels auf dem Pianoforte allein folgende beliebte Werke
sein, die in derselben Verlagshandlung erschienen sind:
1. Hans Sachs, komische Oper
von
Reger, Musik von Albert Lortzing, Vollständiger
Klavierauszug zu zwei Händen ohne Worte. Preis 4 Thlr.
2. Ouvertüre zu der Oper
“Hans Sachs” für das Pianoforte zu vier Händen. Preis 20
Ngr.
3. Lucrezia Borgia, Oper in drei
Akten zu vier Händen eingerichtet, Musik von G. Donizetti.
Pr. 5 Thlr.
Die genannten Opern sind besprochen,
von den Brettern herab verbreitet, werden noch an mehreren Orten neu in
Szene gesetzt. - So wird man sich zu lebhafterer Erinnerung an die Theaterfreuden
die Musik dieser Opern nach Gewohnheit auch in seiner Einsamkeit oder vor
seinem Hauszirkel gern wiederholen wollen. Die Arrangementen sind gut und
die Ausgaben schön. |
September. No. 38.
Berlin, den 14. September
1841.
(...)
Im königl. Theater, welchem
es noch immer an einer eigentlichen ersten Sängering fehlt, hat die
in naiven Rollen stets beliebte Dem. Grünbaum die Anna in dem
L. Schneiderschen Quodlibet: “Fröhlich”, im “Reisenden Studenten”
Hannchen, in “Fra Diavolo” die Zerline (sehr anmutig und gewandt in der
Darstellung), in “Zar und Zimmermann” die Marie, im “Feen-See” die Gastwirtin
Margarethe und in der bis jetzt nur einmal gegebenen Oper “Hans Sachs”
von Lortzing die Cordula, als Gastrollen mit Beifall gegeben. Ob ein Engagement
dieser für das leichtere Singspiel sehr brauchbaren Sängerin
statt finden wird, ist - wie so vieles - noch unentschieden. Zu bemerken
ist noch, dass Herr Krause den Zar in Lortzing’s beliebte Operette “Zar
und Zimmermann” vorzüglich sang und angemessen darstellte. |
Oktober. No. 40.
Nachrichten.
Kopenhagen, im August. Die
großherzoglich Mecklenburg-Strelitzische Hoftheater-Gesellschaft,
die uns im Laufe diese Sommers besuchte, führte uns im neuen Theater
vor dem Westerthore folgende Opern in teutschen Sprache vor: Die Unbekannte
von Bellini (zwei Mal), Fra Diavolo von Auber, Norma von Bellini (zwei
Mal), Otello und Wilhelm Tell von Rossini (die letzte Oper zehn Mal bei
stets gefülltem Hause), endlich Zar und Zimmermann von Lortzing. -
Das Orchester, größtenteils hiesige Hautboisten, wurde vom Kammermusiker
Herrn C. Schönfeld aus Neustrelitz umsichtig dirigiert, in
welchem wir auch einen wackeren Komponisten kennen lernten. Unter den Sängern
zeichneten sich vorzüglich aus Herr Irmer, erster Tenor, und
Mad. Hahn, Altistin. (...) |
Oktober. No. 43.
Nachrichten.
Berlin, den 3. Oktober 1841.
(...)
Lortzing’s “Hans Sachs” war zufällige
Hindernisse wegen längere Zeit zurückgelegt; jetzt kam das etwas
gewöhnliche, teilweise in der Handlung gedehnt Singspiel, mit neuer
Besetzung der Rollen des gar zu sentimentalen Schuhmachers (von Herrn Bötticher
mit schönen Portament gesungen) und des Bürgermeisters (Herr
Blume),
wieder zur Aufführung, ohne jedoch mehr Erfolg als früher zu
erlangen, so belustigend auch Herr Mantius den verliebten poetischen
Schusterlehrling und Herr Schneider den geckenhaften Ratsherrn darstellten,
und Dem. Grünbaum die Cordula mit Humor und Leben gab. Die
Sentimentalität ist so vorherrschend und die komischen Szenen erscheinen
zu isoliert. Auch ist großen teils die Melodie und Haltung der Gesänge
etwas ungewöhnlich und das Lyrische dem Dramatischen Vorwaltend. Dennoch
erhielten einige Lieder und Ensemble’s verdienten Beifall.
(...) |
Dezember. No. 51.
Lied des Czaar: “Sonst spielt
ich mit Scepter” für das Pianoforte übertragen von A.
Haupt. Leipzig, bei Breitkopf & Härtel. Preis 5 Ngr.
Das Lied ist beliebt, die Übertragung
gut und leicht. Man kann es nicht allein zum Vergnügen, sondern auch
zur Einübung des Pianofortespiels auf drei zusammengeklammerten Notensystemen,
falls es Einem und dem Andern Mühe machen sollte, nützlich verwenden. |
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